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VNT

Wir sind Mitglied im Verband niedersächsischer Tierschutzvereine e.V. (VNT)

Braucht dieses Feldhasenjungtier wirklich Hilfe?

c_630_350_16777215_00_images_aktuelles_Angela_Kraft32.jpgEs ist soweit: Die Paarungszeit der Feldhasen hat begonnen und erste Jungtiere werden trotz frostiger Temperaturen schon von Spaziergängern gesichtet. Immer wieder kommt es dabei leider zu Missverständnissen, wenn tierliebe Menschen die kleinen Hasen, die allem Anschein nach mutterseelenalleine am Feldrand und das sogar bei Schnee zurückgelassen wurden, mit nach Hause nehmen.

Ob ein Feldhasenjunges wirklich Hilfe braucht, ist schwierig mit definitiver Sicherheit zu sagen. Hintergrundwissen über die Lebensweise der Feldhasen kann aber in jedem Fall hilfreich sein, um festzustellen, ob ein Jungtier wirklich menschliche Hilfe benötigt.

Feldhasen gehören zu den sogenannten Nestflüchtern und werden -im Gegensatz zu z.B. Wildkaninchen- fast voll entwickelt geboren: sie kommen mit offenen Augen zur Welt und sind mit einem dichten Fell ausgestattet, das sie auch bestens vor Schnee und Kälte schützt.
Bereits wenige Stunden nach der Geburt können die jungen Feldhasen ihren Geburtsplatz verlassen und sich an einen geschützten Ort begeben, um Räubern und Witterung bestmöglich zu entgehen. Sie verlassen sich dabei anfangs komplett auf ihre Tarnung. Die Hasenmutter verlässt das Jungtier kurz nach der Geburt und kommt ein- bis zweimal am Tag zurück, um ihr es zu säugen.
Der Fluchtreflex der kleinen Hasen entwickelt sich erst später, wenn sie schneller laufen können. Oft werden die Jungtiere aus diesem Grund mitgenommen und ihr fehlender Fluchtreflex mit Hilfsbedürftigkeit verwechselt.

Nur in seltenen Fällen braucht das Feldhasenjunges wirklich Hilfe. Dies ist der Fall, wenn:

  • das Jungtier offensichtliche Verletzungen hat oder auf der Seite/dem Rücken liegt und z.B. von Fliegen umschwirrt wird
  • das Jungtier von Katze/Hund verschleppt wurde und verletzt ist oder unklar ist, wo das Tier aufgegriffen wurde.
  • das Muttertier tot in der Nähe liegt

Sollte man ein Jungtier an einer gefährlichen Stelle finden (unmittelbar an Schnellstraßen; dort, wo ein Feld umgepflügt werden soll, …), so ist es kein Problem das Tier an einen sichereren Platz in der Nähe umzusetzen. Die Gefahr, dass das Muttertier ihr kleines nicht mehr annimmt besteht bei kurzem Kontakt zum Menschen nicht.

Kontaktieren Sie uns gerne bei Rückfragen oder im Falle eines hilfsbedürftigen Jungtiers!